Naos
Kathedrale im Raum
NAOS ist der erste Metasonic Resonator, den LUNASON entwickelt hat, und zugleich einer der Ausgangspunkte für die gesamte Idee der Metasonic Resonators. Sein besonderer Charakter liegt nicht einfach darin, Klang wiederzugeben. NAOS nimmt Klang auf, versetzt seine metallischen Flächen in Schwingung und formt daraus einen neuen akustischen Raum. Das ursprüngliche Signal bleibt erkennbar, erhält jedoch eine eigene metallische Spektralfarbe, zusätzliche Obertöne und eine aussergewöhnliche räumliche Tiefe.
Besonders charakteristisch ist die lange Nachwirkung. Ein einzelner Impuls kann im Resonator mehr als 30 Sekunden weiterleben.
Ein kurzer Ton, ein gestrichener Klang oder ein einzelner Schlag wird dadurch nicht einfach beendet, sondern setzt sich im Material fort. Er öffnet sich, verändert sich, verliert langsam an Energie und hinterlässt einen langen resonierenden Schweif.
Aus einem kurzen Ereignis kann so ein weit gespannter Klangverlauf entstehen.Diese Eigenschaft verleiht NAOS seine vielleicht auffälligste Wirkung:
Er kann selbst in einem akustisch sehr trockenen Raum den Eindruck eines grossen Nachhallraumes erzeugen.
Der Klang scheint sich von den realen Dimensionen des Raumes zu lösen und eine eigene Architektur zu entwickeln.
NAOS schafft gewissermassen eine Kathedrale im Raum – nicht als elektronisch hinzugefügten Effekt, sondern durch die reale Schwingung und Resonanz seines metallischen Körpers.Dabei besitzt NAOS eine enorme spektrale Kraft.
Unterschiedliche Frequenzbereiche regen den Resonator auf jeweils eigene Weise an und bringen verschiedene Bereiche seiner Metallflächen zum Schwingen. Dadurch verändert sich seine Klangfarbe mit dem übertragenen Material.
Ein Violinklang verhält sich anders als ein perkussiver Impuls, ein geräuschhafter Klang anders als ein gehaltener Ton.
NAOS ist deshalb kein neutraler Lautsprecher, sondern ein eigenständiger klingender Körper, der auf das ihm zugeführte Material reagiert und es charakteristisch weiterformt.
Grundsätzlich kann nahezu jedes akustische oder elektronische Signal auf NAOS übertragen werden.
Ein Instrument wird aufgenommen oder direkt in ein Mischpult geführt, das Signal über Verstärkung an den Exciter weitergegeben und schliesslich in die Metallflächen des Resonators übertragen. So kann eine Metasonic Violin ebenso mit NAOS verbunden werden wie ein traditionelles Instrument, eine Stimme, elektronische Klänge oder bereits bearbeitetes Audiomaterial. Entscheidend ist dabei nicht allein das Ausgangssignal, sondern das, was NAOS daraus macht.
Seit seiner Entwicklung wurde NAOS bereits in künstlerischen Projekten und Konzerten eingesetzt. Gerade im Zusammenspiel mit den Metasonic Instruments zeigt sich, wie stark sich Instrument, Resonator und Raum gegenseitig beeinflussen können.
Ein Klang verlässt dabei gewissermassen sein ursprüngliches Instrument und erhält im Resonator einen zweiten Körper – mit eigener Materialität, eigener Resonanz und einer neuen räumlichen Dimension.
NAOS erweitert den Raum nicht durch Simulation, sondern durch Resonanz. Er verlängert Klang, verändert sein Spektrum und lässt aus einem einzelnen akustischen Ereignis einen Raum entstehen, der weit über den ursprünglichen Impuls hinaus weiterklingt.





